Geehrte Frauen

Die Gesellschaft zu Fraumünster ehrt posthum Frauen, welche sich für Frauen, für die Gesellschaft oder für Zürich besonders verdient gemacht haben. Damit wollen wir heutige Generationen an frühere Frauenpersönlichkeiten erinnern.
Die Ehrungen finden jeweils am Morgen des Sechseläutens statt und sind öffentlich. Wenn immer möglich wird an einem ehemaligen Wohn- oder Wirkungsort der geehrten Frau eine Gedenktafel angebracht.

Ehemaliges Verlagsgebäude, Moorgartenstrasse 29, Zürich.
Verena Conzett war Gründerin des Verlags.

Verena Conzett-Knecht

Engagierte Kämpferin für Frauenrechte und innovative Unternehmerin

Zeit ihres Lebens engagierte sich Verena Conzett-Knecht als Pionierin für die Rechte der Frau, insbesondere für die Anliegen der Arbeiterinnen. Bereits in ihrer Jugend in der Zürcher Altstadt arbeitete sie als Fabrikarbeiterin und lernte die harten Arbeitsbedingungen kennen.

1883 heiratete sie den Sozialistenführer und Druckereibetreiber Conrad Conzett. Verena Conzett-Knecht wurde Sekretärin des Schweizerischen Arbeiterinnenverbands, nahm an Kongressen teil und hielt Ansprachen.

1897 übernahm Verena Conzett-Knecht nach dem Tod ihres Gatten die vor dem Ruin stehende Druckerei. Sie gründete die Zeitschrift «In freien Stunden» und erweiterte die Druckerei zum Verlag «Conzett und Huber».

Auch als erfolgreiche Unternehmerin setzte sich Verena Conzett-Knecht für die Rechte der Frauen ein. Sie gehörte zu den Mitbegründerinnen des Mütter- und Säuglingsheims Inselhof.

Die Ehrung findet am Sechseläuten 2021 statt.
Eine Gedenktafel ist noch ausstehend.

Münsterbrücke
Im Fraumünster hat Reginlinde als Äbtissin gewirkt.

Reginlinde

Stifterin des Klosters Einsiedeln

Reginlinde war die erste Herzogin von Schwaben und Äbtissin des Fraumünsters von 928 bis 958.

Herzogin Reginlinde stammte aus dem Geschlecht der Karolinger. Als Nachfahrin der einflussreichen Fürstenfamilien nach Ludwig dem Frommen war sie während 30 Jahren Laienäbtissin des Fraumünsters sowie der Abtei Säckingen. Als eine der reichsten Herzoginnen ihrer Zeit hat sie mit grosszügigen Schenkungen wesentlich zur Gründung des Klosters Einsiedeln beigetragen.

Sie war einflussreich und mildtätig. Ihr Erbe sind nicht nur Kirchen und Klöster, sie prägte ihre Zeit auch politisch und wirtschaftlich.

Die Ehrung fand am Sechesläuten 2019 statt.
Eine Gedenktafel ist noch ausstehend.

Dauerausstellung, Landesmuseum Zürich
Appenzeller Trachten aus Julie Heierlis Trachtensammlung.

Julie Heierli-Weber

Modistin und Trachtenforscherin

Julie Heierli-Weber gilt als Schweizerische Trachtenmutter und ist Autorin des fünfbändigen Standardwerks «Die Volkstrachten der Schweiz». Als Jugendliche liess sie sich zur Modistin ausbilden und eröffnete an der Wühre in Zürich ein eigenes Modegeschäft.

Als sie 1882 heiratete, führte sie ihr Geschäft zuerst weiter. Erst als Mutter dreier Kinder gab sie es auf. Sie unterstützte ihren Mann Jakob Heierli bei seinen Forschungen zur Urgeschichte, bis er 1912 starb. Während dieser Zeit entdeckte sie ihre Leidenschaft für Trachten. Durch Interviews mit Bäuerinnen brachte sie in Erfahrung, welche alten Begriffe verwendet werden und welche Funktion die einzelnen Trachtenteile habe. Dies hielt sie in Zeichnungen und Fotografien fest.

Sie erwirkte, dass das Landesmuseum eine Trachtensammlung einrichtete und die Trachten im Festumzug zur Eröffnung des Landesmuseums 1898 eine tragende Stellung einnahmen. Damit rettete sie diesen wichtigen Teil der Volkskultur.

Die Ehrung fand am Sechesläuten 2018 statt.
Eine Gedenktafel ist noch ausstehend.

Pfarrhaus Zimmer mit Blick auf das Grossmünster
Hier hat Anna Bulliger als Pfarrersfrau gewirkt und viele Gäste empfangen. Zwingli Platz 4, Zürich.

Anna Bullinger-Adlischwyler

Prägende Frauenfigur der frühen Reformation

Anna Adlischwyler lebte als Nonne im Kloster Oetenbach, als Heinrich Bullinger sie bat, seine Ehefrau zu werden. Die Entscheidung machte sie sich nicht leicht. Als eine der letzten verliess sie das Kloster und heiratete 1529 den späteren Nachfolger Ulrich Zwinglis. Anna Bullinger-Adlischwyler widmete ihr Leben dem neuen, reformierten Glauben. Sie war die «treue, auserwählte und überaus fromme Gattin», Mutter von elf Kindern und führte ein offenes und gastfreundliches Pfarrhaus. So bot sie zahlreichen Glaubensflüchtlingen einen Zufluchtsort in Zürich.

Mit ihrer Gastfreundschaft und ihrem gelebten Glauben wurde sie für nachfolgende Generationen zum Idealbild der reformierten Pfarrfrau.

Ausführlicher ist das Schicksal von Anna Bullinger-Adlischwyler im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster auf das Jahr 2018, Zwölftes Stück, beschrieben. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2017 statt. Die Gedenktafel hängt am Pfarrhaus des Grossmünsters am Zwingliplatz 4 in Zürich.

Departement Soziale Arbeit der Zürcher Hochschule der Angewandten Wissenschaften
Die Hochschule ist heute wichtige Bildungs- und Forschungsinstitution der Sozialen Arbeit und baut auf Grundlagen der Arbeit von Maria Fierz auf.

Maria Fierz

Pionierin für soziale Arbeit

Maria Fierz setzte sich für die Professionalisierung der sozialen Arbeit ein und machte sich für das Frauenstimmrecht stark.

Von 1917 bis 1944 war Maria Fierz Präsidentin der Frauenzentrale Zürich. Sie war Mitbegründerin der Fürsorgekurse für Frauen sowie der Sozialen Frauenschule, aus welcher sich die heutige Fachhochschule für Soziale Arbeit entwickelte. Berührt von der kriegsbedingten wirtschaftlichen Notlage vieler Menschen rief sie verschiedene Hilfsaktionen ins Leben.

Maria Fierz kämpfte für die Demokratie und erhob ihre Stimme gegen den Nationalsozialismus. Sie war unermüdlich, sich für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen und deren Familien zu engagieren.

Die Ehrung fand am Sechseläuten 2016 statt.
Die Gedenktafel hängt beim Schanzengraben 29 in Zürich.

Mathilde Escher Heim, Für Menschen mit Körperbehinderung
Lengghalde 1, Zürich.

Mathilde Escher

Gründerin der Mathilde-Escher-Stiftung

Mathilde Escher gründete 1864 an der Bahnhofstrasse in Zürich das St.Anna-Asyl für arme, körperbehinderte Mädchen und leitete es bis zu ihrem Tod. Bereits 1865 wurde die Mathilde-Escher-Stiftung ins Leben gerufen.

Das Mathilde-Escher-Heim ist heute eine moderne Schul- und Ausbildungsstätte für Kinder und Jugendliche mit Muskelerkrankungen. Die Mathilde-Escher-Stiftung feierte 2015 ihr 150-jähriges Bestehen.

Mathilda Escher schuf aus evangelischer Motivation zahlreiche soziale Werke. Für die damalige Zeit trat sie als Frau ungewöhnlich selbstbewusst aus den häuslichen Schranken.

Die Ehrung fand am Sechseläuten 2015 statt.
Die Gedenktafel hängt bei der St.Anna-Kapelle an der St.Anna-Gasse 1 in Zürich

Stadtratssaal, in dem sich der Stadtrat wöchentlich zur Sitzung einfindet
Stadthaus Zürich, Stadthausquai 17, Zürich.

Emilie Lieberherr

Erste Stadträtin Zürichs und Ständerätin

Der Pionierinnenstatus zieht sich wie ein roter Faden durch den Lebenslauf von Emilie Lieberherr. 1924 als mittleres von drei Mädchen in Erstfeld geboren, war sie die erste Frau im Kanton Uri, die eine Matur machte und studierte. 1965 schloss sie ihr Studium in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bern mit einem Doktortitel ab.

Ihr politisches Engagement galt insbesondere den Frauen, aber auch sozial ausgegrenzten Menschen, sei es als erste Präsidentin der eidgenössischen Kommission für Frauenfragen, als Präsidentin des Konsumentinnenforums Deutsche Schweiz, als erste Ständerätin der Sozialdemokratischen Partei für den Kanton Zürich oder als erste Stadträtin von Zürich und Vorsteherin des Sozialamtes. Letzteres leitete sie während 24 Jahren, von 1970–1994.

Für ihre Verdienste wurde Emilie Liebeherr von ihren Mitarbeiterinnen anlässlich ihres Rücktritts als Vorsteherin des Zürcher Sozialamtes zur ersten Sozialritterin der Stadt Zürich geschlagen.

Mehr über Emilie Lieberherr ist im Neujahrsblatt auf das Jahr 2015, Neuntes Stück, nachzulesen. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2014 statt. Eine Gedenktafel ist noch ausstehend.

Kreuzgang, Grossmünster, Zürich
Der Kreuzgang ist Teil der Theologischen Fakultät Zürich, wo Rosa Gutknecht Theologie studiert hat. Noch heute wird der Kreuzgang von Studierenden genutzt.

Rosa Gutknecht

Erste Theologin der Schweiz

Rosa Gutknecht studierte als erste Schweizerin und als eine der ersten Europäerinnen Theologie. Nach ihrem Studium der reformierten Theologie und dem Staatsexamen an der Universität Zürich wurden Rosa Gutknecht und ihre Studienkollegin Elise Pfister 1918 als erste Frauen in Europa ordiniert.

Als wahlfähige Pfarrerinnen wurden sie aber dennoch nicht vom Regierungsrat des Kantons Zürich anerkannt. Stattdessen schuf die Zürcher Landeskirche die Bezeichnung der Pfarrhelferin. So wirkte Rosa Gutknecht von 1919 bis 1953 als erste Pfarrhelferin am Grossmünster.

Sie setzte den Schwerpunkt auf der kirchlichen Fürsorge- und Sozialarbeit und wurde die erste Präsidentin des 1939 gegründeten Schweizerischen Theologinnenverbandes.

Mehr über Rosa Gutknecht kann man im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster auf das Jahr 2014, Achtes Stück, erfahren. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2013 statt.
Die Gedenktafel hängt am Haus «Zum Loch» am Zwingliplatz 1 in Zürich.

Produktionsstätte Feller AG
Die Feller AG befindet sich an der Bergstrasse 70 in Horgen.

Elisabeth Feller

Zürcher Unternehmerin und Kunstmäzenin

Mit nur 21 Jahren übernahm Elisabeth Feller 1931 die Leitung der Firma Feller, Elektroinstallationsmaterialen, in Horgen. Für die Leitung des Betriebs hatte Elisabeth Feller ihr angefangenes Geographiestudium an der Universität Zürich und an der School of Economics abgebrochen und widmete sich fortan dem Unternehmen. Sie führte die Firma erfolgreich durch die Wirtschaftskrise der Dreissigerjahre und durch den Zweiten Weltkrieg. In den 60er Jahren war sie für das Image der Firma Feller AG als innovative Herstellerin von Schaltern und Steckdosen und als vorbildliche Arbeitgeberin verantwortlich.

Sie war die erste Präsidentin des Verbandes der Berufs- und Geschäftsfrauen, Gründungsmitglied des Pestalozzidorfes Trogen und Mitinitiantin der zweiten SAFFA 1958 in Zürich.

Die Ehrung fand am Sechseläuten 2012 statt.
Die Gedenktafel hängt an der Stockerstrasse 9 in Zürich

Pfauen, Schauspielhaus Zürich
Das Schauspielhaus Zürich befindet sich an der Rämistrasse 34

Charlotte Birch-Pfeiffer

Erste Theaterdirektorin in Zürich

Im April 1837 übernahm die in Stuttgart geborene Schauspielerin und Schriftstellerin Charlotte Birch-Pfeiffer die Leitung des Stadttheaters in Zürich. Das neugegründete Stadttheater in der umgebauten Barfüsserkirche am Hirschengraben war das erste feste Theater in Zürich und gilt als Vorläufer des Pfauen-Theaters und des Opernhauses. Sie führte das Theaterhaus sehr erfolgreich bis zum 1. Oktober 1843. 1855 kehrte ihr Ehemann, der sein ganzes Leben finanziell von ihr abhängig blieb, zu ihr zurück. Am 13. Juni 1863 feierte Birch-Pfeiffer ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum.

Charlotte Birch-Pfeiffer erlang Ruhm und Ansehen. Sie begründete den Ruf Zürichs als Theaterstadt.

Mehr über Charlotte Birch-Pfeiffer ist im Neujahrsblatt auf das Jahr 2012, Sechstes Stück, nachzulesen. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2011 statt.
Die Gedenktafel hängt am Schauspielhaus Zürich.

Universitätsspital Zürich
Das Universitätsspital Zürich befindet sich an der Rämistrasse 100.

Marie Heim-Vögtlin

Erste Schweizer Ärztin und Mitbegründerin des ersten Schweizer Frauenspitals

Marie Heim-Vögtlin wusste schon als junge Frau genau, was sie wollte: Medizin studieren und danach Ärztin werden. Mit 23 Jahren und der nötigen Erlaubnis ihres Vaters nahm sie an der Universität Zürich als erste Schweizer Studentin ihr Studium auf. Damit löste sie nicht nur in ihrer Familie, sondern im ganzen Land einen Sturm der Entrüstung aus.

Nach Studienabschluss eröffnete sie ihre eigene Praxis und gab ihren Beruf auch nicht auf, nachdem sie zwei Kinder geboren hatte.

Am 11. Juli 1899 erfolgte die Grundsteinlegung zum von Marie Heim-Vögtlin zusammen mit Anna Heer geplanten Frauenspital mit der angegliederten Schweizerischen Krankenschwesternschule. In der 1901 eröffneten Zürcher «Pflegi» an der Carmenstrasse 40 leitete sie die Kinderabteilung.

Neben ihrer Arbeit als Gynäkologin setzte sich Heim-Vögtlin aktiv für das Frauenstimmrecht ein.

Mehr zum Leben von Marie Heim-Vögtlin steht im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster, auf das Jahr 2011, Fünftes Stück. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2010 statt. Die Gedenktafel hängt an der Hottingerstrasse 25 in Zürich.

Fraumünster Zürich
Die Kirche mit Frauenkloster wurde 853 von König Ludwig dem Deutschen gestiftet.

Elisabeth von Wetzikon

Fürstäbtissin des Fraumünsterklosters in Zürich und damit Herrin der Stadt

Elisabeth von Wetzikon wird erstmals 1265 als Nonne im Fraumünster erwähnt. Ihre Ernennung zur Äbtissin 1270 war umstritten; den Ausschlag für ihre Wahl gab der Bischof von Konstanz, Eberhard II. von Waldburg. Mit ihrer Wahl wurde sie zur mächtigsten Frau der damaligen Zeit auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Das Kloster stand auf dem Höhepunkt seiner Macht und verfügte über riesigen Grundbesitz bis in die Innerschweiz.

In ihrer Position verpachtete sie die Zölle von Zürich, wählte den Bürgermeister und seinen Stellvertreter und war oberste Richterin der Stadt. Da es keinen Stadtschreiber gab, führte das Fraumünsterkloster auch die städtische Kanzlei.

Kulturell ist das damalige Wirken von Elisabeth von Wetzikon ebenfalls von grosser Bedeutung: Sie gilt als Mäzenin der Manessischen Liederhandschrif und brachte die Gotik nach Zürich, die im Querschiff des Fraumünsters erstmals auftritt.

Mehr über Elisabeth von Wetzikon ist im Neujahrsblatt auf das Jahr 2010, Viertes Stück, nachzulesen.Die Ehrung fand am Sechseläuten 2009 statt.
Eine Gedenktafel ist noch ausstehend.

"Lydia Welti" Gemälde von Karl Stauffer-Bern im Kunsthaus Zürich
Das Kunsthaus Zürich befindet sich am Heimplatz 1.

Lydia Welti-Escher

Kunstmäzenin und Gründerin der Gottfried-Keller-Stiftung

Lydia Welti-Escher war als Tochter des Grossunternehmers Alfred Escher eine bekannte Zürcher Patrizierin. Sie war die Gründerin der Lydia Welti-Escher Stiftung, welche später in Gottfried Keller-Stiftung umbenannt wurde. In diese Stiftung brachte sie ihr gesamtes Vermögen - einschliesslich ihrer Kunstsammlung - ein und legte so die Basis zum heutigen Zürcher Kunsthaus. Trotz grossem Reichtum wurde Lydia Welti-Escher nie glücklich. In ihrer Ehe mit dem Bundesratssohn Friedrich Emil Welti fühlte sie sich sehr einsam und die Liason zum Künstler Karl Stauffer wurde durch eine Intrige ihres Mannes und des Schwiegervaters abrupt beendet: Lydia wurde ins Irrenhaus, Karl ins Gefängnis gesteckt.

Lydia Welti-Esche war eine Frau, die mit ihrer Sehnsucht nach Unabhängigkeit an der patriarchalischen Gesellschaft scheiterte.

Der Antrag der Gesellschaft zu Fraumünster, das Geviert vom Ende der Krautgasse bis zum Kunsthaus «Lydia-Welti-Escher-Platz» zu taufen, wurde von den Behörden gutgeheissen und offiziell ins Strassenregister der Stadt Zürich eingetragen.

Mehr zum Leben von Lydia Welti-Escher steht im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster, auf das Jahr 2009, Drittes Stück. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2008 statt. Die Gedenktafel hängt im Lydia-Welti-Escher-Hof beim Kunsthaus Zürich.

Restaurant Kronenhalle
Das Restaurant Kronenhalle befindet sich an der Rämistrasse 4 in Zürich.

Hulda Zumsteg

Legendäre Wirtin der Kronenhalle

Hulda Zumsteg ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Legende - und dies nicht erst seit ihrem Tod. Sie war es schon zu Lebzeiten.

Obwohl oder vielleicht gerade weil ihr Start ins Leben nicht unter einem guten Stern stand, entwickelte sie den Willen und die Kraft, sich aus der Armut durch harte Arbeit und Sparsamkeit zu befreien. Zusammen mit ihrem Mann konnte sie zu Beginn der Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts das eher verwahrloste Hotel «Couronne» an der unteren Rämistrasse erwerben und verwandelte es in die berühmte «Kronenhalle». Künstler und Persönlichkeiten aus aller Welt gingen bei ihr ein und aus. Die Kunst mit Menschen umzugehen - wie oft hat man sie bei dieser Frau bewundert.

Als Hulda Zumsteg am 14. Juli 1984 im Alter von fast vierundneunzig Jahren starb, verlor Zürich eine Gastronomin, die ihren Beruf als Berufung geliebt und gelebt hatte.

Mehr über Hulda Zumsteg kann im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster auf das Jahr 2008, Zweites Stück, in Erfahrung gebracht weden. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2007 statt. Eine Gedenktafel ist noch ausstehend.

Haus «Zur kleinen Bibel»
Das Haus «Zur kleinen Bibel» befindet sich an der Storchengasse 19 in Zürich.

Barbara Schaufelberger

Unternehmerin und Bürgersfrau

Die Bibeldruckerin Barbara Schaufelberger wohnte an der Storchengasse 19 im «Haus zur kleinen Bibel». Hier gründete ihr Vater 1609 eine Druckerei, die Barbara Schaufelberger 1667 übernahm.

Ihr Hauptwerk war die sogenannte «Oktav-Bibel», die der Zürcher Rat 1682 privilegierte. In einer Zeit, in der Bibeln vor allem im grossen Folio-Format gedruckt wurden, war die «kleine Bibel» im Oktav-Format wesentlich handlicher und besser für den alltäglichen Gebrauch geeignet. Das einzige gut erhaltene Exemplar einer Oktav-Bibel von Barbara Schaufelberger ist in der Zürcher Zentralbibliothek zu finden.

Zudem gründete Barbara Schaufelberger 1674 die dritte Zeitung der Stadt Zürich, die Ordinari Wochen-Zeitung. Diese «Freitags-Zeitung» wechselte in den ersten 200 Jahren ihren Namen mehrfach, erschien aber immer am Freitag. Die «Bürkli-» oder «Freitags-Zeitung» vertrat das Gedankengut der konservativen Kreise und bestand bis 1914.

Ausführlicher ist das Schicksal von Barbara Schaufelberger im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster auf das Jahr 2007, Erstes Stück, nachzulesen. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2006 statt. Die Gedenktafel hängt am Haus «Zur kleinen Bibel» an der Storchengasse 19 in Zürich.

Milena Einstein-Marić

Mileva Einstein-Marić

Physikerin, Mathematikerin und Mitentwicklerin der Relativitätstheorie

Mileva Marić war eine der ersten Frauen, die ein Mathematik- und Physikstudium absolvierte. Als einzige Frau ihres Jahrgangs, studierte sie 1896 am Eidgenössische Polytechnikum, die spätere Eidgenössische Technische Hochschule (ETH), und besuchte die gleichen Vorlesungen wie Albert Einstein.

1903 heirateten Mileva Marić und Albert Einstein gegen den Willen von Einsteins Mutter in Bern. 1904 gebar sie ihren Sohn Hans Albert, 1910 ihren zweiten Sohn Eduard. Ab 1915 versuchte Einstein Mileva zur Scheidung zu bewegen, unter anderem mit dem Versprechen, dass er ihr, sollte er den Nobelpreis erhalten, das Preisgeld überlassen werde. Als Einstein 1922 den Nobelpreis für Physik für ihm 1921 zugesprochene «Verdienste auf dem Gebiet der theoretischen Physik» bekam, erhielt Mileva gemäss der Scheidungsvereinbarung das Preisgeld, mit welchem sie unter anderem eine Liegenschaft an der Huttenstrasse 62 im Zürcher Oberstrass-Quartier erwarb.

Mileva Marić hatte einen grossen Mitverdienste an der Erarbeitung der «Relativitätstheorie», die noch heute eine der allerwichtigsten Grundlage für Physik bietet.

Mehr über Mileva Marić ist im Neujahrsblatt auf das Jahr 2021, Fünfzehntes Stück, nachzulesen. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2005 statt. Die Gedenktafel hängt an der Huttenstrasse 62 in Zürich.

Bibliothek der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich
Seit 2004 befindet sich die Bibliothek an der Rämistrasse 74 in dem vom spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava umgestalteten Innenhof.

Emilie Kempin-Spyri

Erste Privatdozentin der Universität Zürich und erste international lehrende Juristin

Dr. iur. Emilie Kempin-Spyri ist die erste Schweizer Juristin, die zugleich erste promovierte Juristin Europas und erste Dozentin an der Universität Zürich war. Als Frau durfte sie jedoch nicht als Anwältin praktizieren, weshalb sie nach New York auswanderte, wo sie an einer von ihr gegründeten Rechtsschule für Frauen unterrichtete.

Zeitlebens kämpfte Kempin-Spyri für ihre Zulassung als Anwältin und zerbrach schliesslich an diesem erfolglosen Kampf sowie an hinzugekommenen privaten Problemen nach der Scheidung von ihrem Mann im Jahr 1896. Im September 1897 wurde sie wegen Geisteskrankheit in die Heil- und Pflegeanstalt Berolinum in Berlin-Lankwitz eingewiesen. 1898 wurde sie entmündigt. Im März 1899 wurde sie nach Basel in die Psychiatrische Klinik Friedmatt verlegt und stirbt dort 1901 zermürbt vom Existenzkampf mit nur 48 Jahren.

Dank Emilie Kempin-Spyri wurde 1898 ein neues Anwaltsgesetz im Kanton Zürich eingeführt, das Frauen trotz fehlendem Aktivbürgerrecht erlaubte, den Anwaltsberuf auszuüben. Bundesweit wurde diese Bestimmung erst 1923 durchgesetzt.

Mehr über Emilie Kempin-Spyri ist im Neujahrsblatt auf das Jahr 2010, Viertes Stück, nachzulesen. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2004 statt. Die Gedenktafel hängt im Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich, an der Rämistrasse 74.

Winkelwiese 6
An der Winkelwiese 6 war der letzte Wohnsitz von Laure Wyss

Laure Wyss

Schriftstellerin und Publizistin

Die Journalistin Laure Wyss war Schriftstellerin und Medienpionierin. Sie unterstützte die Bewegung der Frauenemanzipation und gab Frauen als Schriftstellerin, Journalistin und Fernsehschaffende eine Stimme. Sie schrieb gegen Gewalt und für Gerechtigkeit und Ehrlichkeit.

Nach acht Jahren Ehe mit dem Architekten Ernst Zietzschmann liess sich Wyss wenige Wochen vor Kriegsende 1945 scheiden. Im gleichen Jahr zog Wyss nach Zürich, wo sie als freie Journalistin zu arbeiten anfing. Sie gebar 1949 den unehelichen Sohn Nikolaus Wyss und war alleinerziehende berufstätige Mutter.

Laure Wyss galt als unbequeme, beherzte Frau und haarscharfe Denkerin. In ihrem Zitat erklärt sie: «Vom Ungewöhnlichen hat ein Journal zu berichten, nicht vom Gewöhnlichen. Von dem, was uns daran hindert, den nächsten Löffel Suppe gedankenlos in den Mund zu schieben. Selbstprüfung tut Not.»

Das literarische Schaffen von Laure Wyss wurde mit mehreren Preisen geehrt.

Mehr über Laure Wyss ist im Neujahrsblatt auf das Jahr 2013, Siebtes Stück, nachzulesen. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2003 statt. Die Gedenktafel hängt an der Winkelwiese 6 in Zürich.

Lindenhof Zürich
Die Brunnenfigur besteht aus einer geharnischten Frauengestalt. Sie erinnert an die Legende der tapferen Zürcherinnen.

Hedwig ab Burghalden

Schlug 1292 mit List Österreichische Truppen in die Flucht

„Sie scharte 1292 tapfere Zürcherinnen um sich und schlug mit List den Feind aus Österreich in die Flucht.“

Hedwig ab Burghalden steht für die Wehrhaftigkeit der Zürcherinnen im Jahr 1292. Über ihre Person ist so gut wie nichts bekannt, einzig eine Brunnenfigur von Gustav Siber aus dem Jahr 1912 erinnert an sie.

Im Jahre 1292 zog der österreichische Herzog Albrecht I. von Habsburg mit einem starken Heer vor die Stadt, um sie wieder unter seine Herrschaft zu zwingen. Die Zürcher hatten kurz vorher in einem Gefecht bei Winterthur viele tapfere Bürger verloren. Albrecht hoffte darum, die Stadt ohne grosse Mühe erobern zu können. In dieser Not entschlossen sich die Frauen, Harnische anzuziehen. Die Frauenschar zog mit Gejohle, Trommel- und Pfeifenlärm auf den Lindenhof. Herzog Albrecht, überzeugt, die Zürcher hätten Hilfe bekommen, blies zur Schonung seiner eigenen Truppen zur Flucht, und anschliessend wurde mit den Zürchern Frieden geschlossen. Zürich war durch seine mutigen und entschlossenen Frauen und Töchter gerettet worden.

Auf dem heutigen Lindenhof steht Hedwig ab Burghalden im Harnisch und bewaffnet als Brunnenfigur. Auf einem Haus in der Altstadt ist sie als Fresko festgehalten.

Die Ehrung fand am Sechseläuten 2002 statt. Die Gedenktafel hängt am Taubenhaus auf dem Lindenhof in Zürich.

Frauenzentrale Zürich
Die Frauenzentrale Zürich befindet sich am Schanzengraben 29.

Gertrud Heinzelmann

Juristin und Pionierin der Gleichberechtigung im Staat sowie in der katholischen Kirche

Gertrud Heinzelmann war Rechtsanwältin und setzte sich für die rechtliche Gleichstellung von Frauen in Staat und Kirche ein. Die streitbare Katholikin erregte mit ihrer Forderung nach Priesterinnen weltweites Aufsehen. In der Schweiz gehört sie zu den Initiantinnen des Gleichstellungsartikels in der Bundesverfassung.

Sie besuchte das Gymnasium der Höheren Töchterschule in Zürich, studierte Rechtswissenschaften und war zuerst als Anwältin tätig. 1963-76 leitete Gertrud Heinzelmann das Büro gegen Amts- und Verbandswillkür des Migros-Genossenschaftsbundes. Von 1962-1976 war sie Präsidentin des Verbands für Frauenstimmrecht der Sektion Zürich.

1964 gründete Gertrud Heinzelmann Interfeminas, den ersten Verlag im deutschen Sprachraum, der sich dem Frauenrecht widmete. Neben ihren eigenen Werken publizierte sie bei Interfeminas auch solche anderer Frauenrechtlerinnen. Als profilierte Kämpferin für die Rechte der Frau wurde sie 1981 mit dem Binet-Fendt-Preis und 1992 mit dem Ida-Somazzi-Preis ausgezeichnet.

Mehr zum Leben von Gertrud Heinzelmann steht im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster, auf das Jahr 2015, Neuntes Stück. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2001 statt. Die Gedenktafel hing am Münzplatz 3, von wo sie aber leider verschwunden ist.

Kreuzgang des Fraumünsters in Zürich
Im Bild das Denkmal für Katharina von Zimmern. Die Blockskulptur wurde von der Künstlerin Anna-Maria Bauer erschaffen.

Katharina von Zimmern

Letzte Äbtissin des Fraumünsters

Katharina von Zimmern war die letzte Äbtissin des Fraumünsterklosters in Zürich. 1524, zur Zeit der Reformation, übergab sie freiwillig die Abtei samt ihren Gütern der Stadt Zürich und verhinderte damit bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen. Schlicht ist die Botschaft, doch gewaltig: „Die Stadt vor Unruhe und Ungemach zu bewahren und tun, was Zürich lieb und dienlich ist.“

Geboren als viertes Kind 1478 von Freiherr Hans Werner von Zimmern und Gräfin Margarethe von Öttingen in Messkirch, wuchs Katharina ärmlich auf. Nachdem über ihren Vater aus politischen Gründen 1488 die Reichsacht verhängt wurde, flüchtete die Familie an den Walensee. Der Vater brachte die beiden Töchter Katharina und Anna 1492 ins Stift zu Fraumünster in Zürich. Bereits vier Jahre später wurde Katharina, 18-jährig zur Äbtissin gewählt.

28 Jahre lang, bis zur Aufhebung des Klosters in der Reformationszeit Ende 1524, stand sie der Abtei vor. 1525 heiratete sie Eberhart von Reischach und zwei Jahre später kam ihre Tochter Anna zur Welt. Am 17. August 1547 verstarb Katharina von Zimmern in Zürich.

Im Jahr 2004 liess der Verein Katharina von Zimmern der letzten Fürstäbtissin von Zürich ein Denkmal im Kreuzgang des Fraumünsters errichten. Die Blockskulptur wurde von der Künstlerin Anna-Maria Bauer erschaffen. Seither legen die Fraumünster-Frauen alljährlich am Sechseläutenmorgen in einem feierlichen Akt Rosen an der Gedenkstätte nieder.

Mehr zum Leben von Katharina von Zimmern steht im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster, auf das Jahr 2017, Elftes Stück. Die Ehrung fand am Sechseläuten 2000 statt. Die Gedenktafel hängt am Haus «Zum Mohrenkopf» am Neumarkt 13, in Zürich.

Grossmünster Zürich
Grossmünsterplatz in Zürich.

Anna Zwingli-Reinhart

Erste Pfarrfrau in Zürich

Anna Zwingli-Reinhart, Ehefrau des Reformators Ulrich Zwingli, war die erste Pfarrfrau in Zürich.

Anna wurde 1484 den Wirtsleuten «zum Rössli» Elisabetha Wynzürn und Oswald Reinhard in Zürich geboren. Sie heiratete den Junker Hans Meyer von Knonau und bekam die Kinder Agathe, Margaretha und Gerold. 1515 kehrte Hans Meyer als Reisläufer schwer krank aus der Schlacht von Marignano heim. Zwei Jahre später starb er.

Durch Sohn Gerold, Schüler des Karolinum, lernte Anna Ulrich Zwingli kennen. 1522 heirateten die beiden heimlich, denn das Zölibat verbot dem Priester die Ehe. 1524 zog Anna in die Pfarrwohnung im «Haus zur Sul» ein, fünf Tage später kam Töchterchen Regula zur Welt. Ende 1524 zog die Familie in die Helferei, wo Anna in dieser Zeit grosser religiöser und politischer Umbrüche die Pflichten einer Pfarrfrau wahrnahm und drei weitere Kinder gebar. 1531 zog Ulrich Zwingli in den zweiten Kappelerkrieg. Dort verlor Anna ihren Mann, ihren Sohn Gerold, einen Bruder, den Schwager und den Schwiegersohn.

Ausführlicher ist das Schicksal von Anna Zwingli-Reinhart nachzulesen im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster auf das Jahr 2008, Zweites Stück. Die Ehrung fand am Sechseläuten 1999 statt. Die Gedenktafel hängt an der Schifflände 30 in Zürich.

Anna Waser, Selbstbildnis im 12. Jahr (1691)
Das Bild hängt im Kunsthaus Zürich.

Anna Waser

Zürcher Kunstmalerin

Anna Waser gilt als die erste namentlich bekannte Schweizer Malerin der Geschichte.

Etwa um 1691 bat Annas Vater Johannes Rudolf Waser, Amtmann des Grossmünsters, den berühmten Berner Miniaturisten Joseph Werner, seine Tochter als Schülerin aufzunehmen. Die 13-jährige hochbegabte Anna wurde hierzulande «Mirakel von Zürich» genannt. Vier Jahre blieb sie als einziges Mädchen in seiner «Lernwerkstatt für Malerei».

Im Jahr 1699, Anna Waser war nun 21 Jahre alt, berief sie der kunstsinnige Graf Wilhelm Moritz von Solms-Braunfels als Hofmalerin auf sein Schloss Braunfels an der Lahn in Hessen. Das hätte der Anfang einer grossen Karriere werden können. Aber dazu kam es nie. Da ihre Mutter erkrankte und sich ihr Bruder entschloss als Feldprediger nach Holland zu reisen, musste Anna Waser sich ab 1702 um den Haushalt ihrer Eltern kümmern. Die Malerei wurde notgedrungen zur Nebentätigkeit.

Im Jahr 1714 starb Anna Waser im Alter von nur 35 Jahren an den Folgen eines Sturzes. Ihre von den zeitgenössischen Kritikern so sehr gelobten Werke sind bis auf wenige Zeichnungen und Miniaturen fast alle verloren gegangen.

Mehr zum ungewohnten Leben von Anna Waser steht im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster auf das Jahr 2016, Zehntes Stück. Die Ehrung fand am Sechseläuten 1998 statt. Die Gedenktafel hängt am Haus «Zur Alten Post» an der Münstergasse 19, in Zürich.

Saffa Haus Stäfa
Das Saffa Haus befindet sich an der Tödistrasse 1 in Stäfa.

Lux Guyer

Architekturpionierin und erste selbständige Architektin der Schweiz

Lux Guyer eröffnete 1924 als erste Frau ihr eigenes Architekturbüro. 1927 wurde sie Chefarchitektin der ersten Schweizerischen Ausstellung für Frauenfragen «SAFFA» in Bern.

1930 heiratete sie den Bauingenieur Hans Studer und brachte 1933 ihren Sohn Urs zur Welt. Selber berufstätige Mutter, wehrte sie sich gegen gesellschaftliche wie kulturelle Vorurteile und schuf Architektur, welche die Bedürfnisse der berufstätigen Frau miteinbezog. Zu Guyers Werken gehören sowohl private Einfamilienhäuser wie städtische Siedlungsbauten, Wohnheime und Wohnhäuser in Vorortslage. Einen gewichtigen Teil ihrer Bauten realisierte sie zwischen 1925 und 1935, dem Jahrzehnt, in dem die klassische Moderne ihren Höhepunkt erreichte.

1995 wurde der Lux-Guyer-Weg im Zürcher Quartier Unterstrass, der von der Kornhausbrücke zum Jugendkulturhaus Dynamo führt, nach ihr benannt.

Mehr über Lux Guyer kann im Neujahrsblatt der Gesellschaft zu Fraumünster auf das Jahr 2011, Fünftes Stück, in Erfahrung gebracht weden. Die Ehrung fand am 21. April 1997 statt. Die Gedenktafel hängt an ihrer Wirkungsstätte an der Bahnhofstrasse 71 in Zürich.

Ehrenbuch

Seit vielen Jahren führt die Gesellschaft zu Fraumünster ein Ehrenbuch für Frauen. Dieses steht unter dem Schutz einer jeweils für ein Jahr amtierenden Patin, einer verdienten Persönlichkeit aus dem öffentlichen Leben. Auch ihre Leistungen werden im Buch festgehalten.

Barbara Schraner

Dampfschiffkapitän auf dem Zürichsee

Barbara Schraner ist die Allerjüngste und erst die dritte Frau als Dampfschiffkapitän auf einem Schweizer See. Sie fährt auf dem Zürichsee.

Kapitän! Ja, das ist richtig so. Barbara Schraner steht am Steuerpult. Sie packt auch gerne an und zieht ölverschmierte Maschinenräume einem Beautysalon vor. Vor der Fahrt wird das Öl kontrolliert und ob die Motoren einwandfrei laufen. Sie beachtet die meteorologischen Bedingungen, um je nach Windrichtung und Windstärke das Landungsmanöver anzupassen. Kapitän Barbara Schraner manövriert ein Schiff wie die «Stadt Zürich», die 59 Meter lang, 7 Meter breit, über den Radkästen gar 13 Meter, 500 PS stark ist und 262 Tonnen Wasser verdrängt. 6 Mann Besatzung sind auf dem Raddampfer notwendig und 750 Passagiere zugelassen. Eine riesige Verantwortung die Barbara Schraner bei jeder Fahrt übernimmt.

Ihr erster Traumberuf wurde mit der Swissair gegroundet, noch bevor sie sich zur Flight-Attendant ausbilden lassen konnte. Ein Inserat, «Matrosin gesucht» weckte ihr Interesse. Sie nahm im November 2001 die Stelle an, obwohl diese Matrosin nur auf dem Zürichsee herumschippern sollte. Barbara Schraner stieg über den Deckchef zum Bootsführer auf, weiter zum Schiffsführer und nun eben zum Dampfschiffkapitän mit vier goldenen Streifen am Ärmel.

Nach 18 Jahren ist sie immer noch bei der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft. Auch um nah bei ihrer Familie zu sein. Barbara Schraner ist, wen wunderts - im Sternzeichen des Wassermanns geboren, Wasser beruhigt sie, Wasser macht sie glücklich. Den Traum von der Hohen See aber pflegt sie weiter, wenn sie auf Reisen ist. Reisen öffnet die Augen für die Welt ist bis heute ihre grosse Leidenschaft.

Die Ehrung fand am 27. Februar 2020 im Lokal des Limmat-Club Zürich statt.

Dr. Anna Pia Maissen Zeltner

Erste Leiterin des Zürcher Stadtarchivs

Als erste Frau wirkt die Bündnerin Dr. Anna Pia Maissen Zeltner seit 2003 als Leiterin des Zürcher Stadtarchivs Zürich. Heute ist sie Direktorin, Dienstchefin und Mitglied der Geschäftsleitung des Präsidialdepartements.

Das Stadtarchiv Zürich ist seit 1798 das Archiv der Stadt und der inzwischen 19 eingemeindeten Dörfer. Die Bestände reichen bis in die vorhelvetische Zeit zurück.  Bezeichnen die einen die Unterlagen im Stadtarchiv als staubige Akten, so widerspricht Anna Pia Maissen: «hier springt mich das pralle Leben an». Denn in den vielen Unterlagen widerspiegelt sich das gesellschaftliche Leben, sie geben Einblick in den Wandel der Gesellschaft, das Leiden und die Freuden unserer Vorfahren.

Als Historikerin hat Anna Pia Maissen am ersten Buch über Frauenstadtrundgänge in Zürich mit dem Titel «Chratz und Quer» mitgearbeitet. Über hundert historische Frauengestalten werden in diesem Buch gewürdigt.

Ehrung am 28. Februar 2019 im NONAM, Nordamerika Native Museum

Dr. Phil. Yvonne-Denise Köchli

Autorin und Verlegerin

Yvonne-Denise Köchli hat im April 2003 den Xanthippe Verlag gegründet. Davor war sie Redaktorin bei der damals linksliberalen «Weltwoche» und hat einige Jahre als freie Publizistin und Ghostwriterin für Manager und Bundesräte gearbeitet. Die promovierte Germanistin ist unter anderem Autorin des Bestsellers «Eine Frau kommt zu früh» über Iris von Rothen. Yvonne-Denise Köchli engagierte sich für Elisabeth Kopp und war schon damals überzeugt: «einem Mann wäre das nicht passiert». Heute wissen es alle.

Im Buch «Miis Züri – neun Streifzüge durch Zürich für Frauen» beschreibt Yvonne-Denise Köchli auch einige von der Gesellschaft zu Fraumünster geehrter Frauen. Dies freut die Gesellschaft zu Fraumünster und pflegt umso mehr einen regen Gedankenaustausch mit Yvonne-Denise Köchli.

Ehrung fand am 21. März 2018 im Felsenegg-Keller an der Spiegelgasse 18 in Zürich statt.

Käthi La Roche

Erste Pfarrerin am Grossmünster

Käthi La Roche war von 1999 bis 2011 Pfarrerin am Grossmünster. Sie ist die erste Frau, die in das Pfarramt am Grossmünster gewählt wurde – die Mutterkirche der Reformation.

Käthi la Roche studierte mehrheitlich in Zürich Theologie. Sie war mit dem Journalisten Emanuel La Roche verheiratet und in zweiter Ehe mit dem Filmemacher Walo Deubler. Käthi la Roche ist Mutter einer Adoptivtocher aus Kolumbien. Über mehrere Jahre sprach sie das Wort zum Sonntag am Schweizer Fernsehen.

Im Jahr 2017 feierte und reflektierte die Stadt Zürich 500 Jahre Reformation. Es war eine besondere Ehre, dass Käthi la Roche dieses Jubiläumsjahr als bedeutende Ehrenbuchpatin begleitete.

Die Ehrung fand am 23. März 2017 im Atelier «à ma chère» von Rosmarie Amacher statt.

Rosmarie Amacher

Kreative und erfolgreiche Unternehmerin

Rosmarie Amacher ist Couturière und Sammlerin von kostbaren Kleidern. Sie kleidet zahlreiche prominente Frauen und Männer ein und schneidert die Ballkleider für den Zürcher Debütantinnenball. Als selbständige Schneiderin mit eigenem Atelier unterrichtet sie ihr Metier und empfindet ihre Tätigkeit als Berufung. Schon ihre Grosseltern – und zwar beide – arbeiteten als Schneider und Tuchhändler.

Rosmarie Amacher führt mit ihren drei Mitarbeiterinnen «Le Coupon», das etablierte Geschäft für Haute Couture Stoffe. Nebst der eigenen, nachhaltigen produzierten Stoffkollektion, handelt sie auch mit Olivenöl aus eigener Produktion. Sie ist eine vielfältige und erfolgreiche Unternehmerin, die auf ihre Art Zürich mitgestaltet.

Die Ehrung fand am 1. Februar 2016 im Turm der Universität Zürich statt.

Prof. Dr. Iur. Utr. Brigitte Tag

Professorin für Strafrecht, Strafprozessrecht und Medizinrecht

Brigitte Tag ist Professorin an der Universität Zürich und Inhaberin des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht und Medizinrecht. Im Januar 2015 wurde Brigitte Tag zur Vizepräsidentin der Europäischen Akademie der Wissenschaft und Künste gewählt. Ihre mit summa cum laude ausgezeichnete Dissertation beschäftigte sich schwerpunktmässig mit wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen. Im Januar 2000 hat sich Brigitte Tag an der juristischen Fakultät habilitiert.

Sie ist zudem Dekanin der Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der Europäischen Akademie der Wissenschaft und Künste in Salzburg.

Am 25-Jahr-Jubiläum der Gesellschaft zu Fraumünster war sie die vielbeachtete Festrednerin.

Die Ehrung fand 2015 statt.

Prof. Dr. Ursula Keller

Physikerin und Professorin an der ETH Zürich

Ursula Keller ist Physikerin und Professorin an der ETH Zürich. Sie hat die Lasertechnik revolutioniert. Ursula Keller's Fachgebiet ist die Opto-Elektronik. Am Institut für Quantenelektronik bewegt sie sich täglich am Rand wissenschaftlicher Erkenntnisse. Sie arbeitet in der Welt von ULTRA, im JENSEITS, und beschäftigt sich mit unfassbar kurzen Zeiträumen. Sie verschiebt Vorstellungen in den Köpfen und verändert Realität.

Die Ehrung fand 2014 statt.

Cecilia Bartoli

Herausragende Künstlerin und Opernsängerin

Die weltberühmte italienisch-österreichische Opernsängerin Cecilia Bartoli ist eine Koloratur-Mezzosopranistin mit einen Stimmumfang von über zweieinhalb Oktaven.

Cecilia Bartoli bewegt sich – singend und spielend - emotional, intelligent, klug und virtuos im Labyrinth der weiblichen Eigenschaften.

Auf den Bühnen der Welt ist sie zuhause und lebt seit einigen Jahren in Zollikon mit ihrem Ehemann, dem Schweizer Bariton Oliver Widmer.

Die Ehrung fand 2012 statt.

Prof. Dr. Susanna Bliggenstorfer

Prof.Dr. Susanna Bliggenstorfer ist ehemalige Direktorin der Zentralbibliothek in Zürich.

Nach ihrem Studium in Romanistik verbrachte sie Forschungsaufenthalte in Florenz, Paris und Brüssel. Sie schrieb ihre Dissertation und Habilitation in Zürich und hatte verschiedene Lehraufträge an den Universitäten Zürich und Genf. Bevor sie 2008 zur Direktorin der Zentralbiliothek in Zürich gewählt wurde war sie die Direktorin der Stadt- und Universitätsbibliothek in Bern. Susanna Bliggenstorfer ist im Vorstand unzähliger Gremien wie beispielsweise in der Museumsgesellschaft oder der Alfred Escher-Stiftung.

Die Ehrung fand 2010 statt.

Lic. Theol. Monika Schmid

Die Theologin Monika Schmid wird als «Mutter Courage» bezeichnet.

Den Prix Courage verlieh ihr der «Beobachter» 2009 für ihren engagierten Einsatz für Moral und Menschlichkeit in der Kirche. Besonders kämpfte sie für Frauen und ihre Rechte, als mutige Kritikerin gegen pädokriminelle Priester und ihren falschen Schutz durch deren Obrigkeit sowie für gesunde Beziehungen auch für Priester, also gegen das Zölibat.

Die Ehrung fand 2009 statt.

Dr. oec. publ. Regula Pfister

Dr. Regula Pfister ist eine sehr erfolgreiche Unternehmerin, die den Zürcher Frauenverein ZFV zu einem Grossunternehmen in der Gastronomie machte.

Regula Pfister war von 1995 bis 2012 CEO des Zürcher Frauenvereins (ZFV) und wirkte von 2001 bis 2019 als ZFV-Präsidentin. 1995 war der ZFV fast am Boden, heute ist er eine florierende Gastronomiegruppe. Im Mai 2019 gab Regula Pfister die ZFV-Unternehmungen mit gegen 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Umsatz von knapp 300 Millionen Franken altershalber an ihre Nachfolgerin Nadja Lang weiter.

Bei der Feier zur Ehrenbuch-Patin 2008 liess Regula Pfister hinter ungewohnte Kulissen blicken, nämlich jene des damals neu erstellten Letzigrund-Stadions in Zürich. Dort führt der ZFV die Gastro-Betriebe - nebst einer Hotelkette, Restaurants, Personalrestaurants, Cafeterias und Mensen, Caterings aller Art, einer Confiserie und einem Konditorei- und Bäckereiunternehmen; insgesamt 161 genossenschaftlich geführte Betriebe.

Die Ehrung fand 2008 statt.

Lic. iur. Regula Brunner

Regula Brunner-Vontobel ist Familienfrau, Juristin, Stiftungsrätin der Familien-Vontobel-Stiftung und Geschäftsführerin in den Bereichen Literatur, Theater und Film.

Regula Brunner-Vontobel fördert unzählige junge Künsterinnen und Künstler während ihrer Stiftungstätigkeit. Die Familien-Vontobel-Stiftung wurde 1986 in Zürich gegründet mit dem Zweck gemeinnützige Fürsorge im weitesten Sinne finanziell zu unterstützen. Die Tochter von Regula Brunner-Vontobel, Maja Baumann-Brunner, vertritt seit 2016 die Besitzerfamile Vontobel im Verwaltungsrat der Bank.

Die Ehrung fand 2007 statt.

Maria Becker

Maria Becker (1920 – 2012) war eine grossartige, international bekannte Schaupielerin und brillierte in Lyrik genauso wie in Krimis, in Bühnenstücken und im Film.

Ihre ersten Schuljahre verbrachte sie auf der Nordseeinsel Juist und bezeichnete später diese Zeit als die glücklichste ihres Lebens. Mit 16 Jahren war sie bereits am Reinhard-Seminar in Wien. 1956 heiratete Maria Becker den Schweizer Schauspieler Robert Freitag. Das Paar hatte drei Söhne.

Maria Becker spielte bis ins hohe Alter. International bekannt wurde sie vor allem durch Interpretationen grosser Frauengestalten wie Elektra, Johanna von Orléans, Iphigenie. Auch war sie mit ihrer unverkennbaren, sehr ausdrucksreichen Stimme eine begehrte Vorleserin im deutschsprachigen Raum.

Die Ehrung fand 2006 statt.

Dr. phil. Brigit Bernegger

Dr. Brigit Bernegger (1937 – 2010) war eine viel beachtete Sin- und Japanologin.

Sie verfasste unzählige Publikationen für das Museum Rietberg und als Mitglied im Verwaltungsrat des Auktionshauses Sotheby's war sie eine hervorragende Kennerin im Auktionswesen. Der Soroptimisten Verein beschrieb sie als ein grosszügiger, gastfreundlicher und warmherziger Mensch.

Brigit Bernegger verstand zeitlebens Brücken zwischen Menschen und Kulturen zu schlagen.

Die Ehrung fand 2005 statt.

Dr. rer. pol. Emilie Lieberherr

Emilie Lieberherr war erste Ständerätin der Sozialdemokratischen Partei für den Kanton Zürich und erste Stadträtin von Zürich.

Emilie Lieberherr schloss ihr Wirtschaftsstudium in Bern 1956 mit summa cum laude ab und doktorierte 1964. Begleitet von ihrer Lebensgefährtin Minnie Rutishauser lebte sie einige Jahre in den USA.

Zurück in der Schweiz unterrichtete sie an der Berufsschule für Verkaufspersonal und begann sich für das Frauenstimmrecht einzusetzen. 1969 führte sie in ihrem legendären roten Mantel 5000 Männer und Frauen im «Marsch nach Bern» auf den Bundeshausplatz, um Bundesrat und Parlament die Leviten zu lesen.

Im September 1969 gewährte das Zürcher Stadtparlament den Frauen das Stimmrecht, im November 1970 zog der Kanton nach und im Februar 1971 der Bund. Nein, nicht nur Emilie Lieberherr war das zu verdanken, es haben unzählige Frauen über viele Jahre dafür gekämpft. Trotzdem war ihr Auftritt in Bern eine mutige Manifestation, die es brauchte.

Sie begleitete die Gesellschaft zu Fraumünster schon in jenen Jahren, als es gerade für eine Politikerin durchaus noch viel Zivilcourage brauchte, sich mit uns zu exponieren.

Die Ehrung fand 2004 statt.

Rosmarie Michel

Rosmarie Michel ist eine Schweizer Unternehmerin, die sich für den Aufstieg von Frauen in Wirtschaft und Führungspositionen stark macht.

Rosmarie Michel wuchs in einem modernen Elternhaus auf, in dem Mutter und Vater erwerbstätig waren und eine Partnerschaft auf Augenhöhe gelebt wurde. Sie ist in Zürich geboren, wo sie auch heute noch lebt. Dem Abschluss der Mittelschule in Zürich und der Hotelfachschule in Lausanne folgten verschiedene Auslandsaufenthalte.

Die Basis von Rosmarie Michel, die Confiserie Schurter, wurde von ihrem Grossvater 1869 gegründet. Rosmarie Michel übernahm 1956 die Geschäftsleitung des Familienunternehmens und war bis 2006 Besitzerin der Confiserie Schurter am Central.

Von 1983 bis 1985 war sie Weltpräsidentin der International Federation of Business and Professional Women. Couragiert und engagiert wurde sie in den Verwaltungsrat von grossen Firmen gewählt, wurde First Vice President des World Business and Professional Women Verbands BPW und hatte auch das Präsidium der Zürcher Frauenverein Gruppe ZFV inne.

Die Ehrung fand 2003 statt.

Lic. phil. Regula Zweifel

Regula Zweifel war Stellvertretende Direktorin des Schweizerischen Nationalmuseum und der dazugehörigen Museumsgruppe.

In der 1997 für das Museum Bärengasse neu konzipierten Ausstellung zu Zürich im 18. Jahrhundert legte sie den Fokus auf die Lebensgestaltung der Frauen, auf ihre Bildung, ihre Betriebswirtschaft und ihre soziale Verantwortung. Ihre Führung im Museum Bärengasse und den Austausch mit den Fraumünster-Frauen war der Start zum Jahr als Ehrenbuch-Patin. Regula Zweifel wuchs in Martigny (VS) auf, studierte in Zürich Kulturgeschichte und schloss mit dem Master ab.

Die Ehrung fand 2002 statt.

Silja Walther (Sr. Hedwig OSB)

Die Ordensfrau. Sr. Maria Hedwig (1919 – 2011), in der säkularen Welt als Mystikerin und Dichterin Silja Walter sehr bekannt, lebte im Kloster Fahr, das dem Orden der Benediktinerinnen angehört wie seinerzeit das Fraumünster.

Silja Walter war die zweite von acht Töchtern des Verlegers, Schriftstellers und Nationalrates Otto Walter. Das Studium der Literaturwissenschaften an der Universität Freiburg, später an der Universität Basel, musste sie aus gesundheitlichen Gründen abbrechen. 1944 veröffentlichte sie ihre ersten Gedichte.

1948 trat sie ins Kloster Fahr ein. 1949 legte sie ihre ersten Gelübde ab und erhielt den Ordensnamen Schwester Maria Hedwig. Silja Walter veröffentlichte über 60 Werke. Neben zahlreichen lyrischen Werken schrieb sie auch Mysterienspiele und Theaterstücke. Sie verstarb im Alter von 91 Jahren im Kloster Fahr.

Die Ehrung fand 2001 statt.

Lic. iur. Trix Heberlein

In Teufen besuchte Trix Heberlein die Primarschule, dann in St. Gallen die Kantonsschule, die sie 1961 mit der Matura abschloss. Anschliessend studierte sie Rechtswissenschaften an der Universität Zürich und schloss 1965 mit dem Lizenziat ab, später machte sie noch das Anwaltsexamen.

Von 1979 bis 1991 war Trix Heberlein im Kantonsrat des Kantons Zürich undvon 1985 bis 1994 Gemeinderätin ihrer Wohngemeinde Zumikon. Von 1991 bis 2003 war sie Mitglied des Nationalrats, den sie 1999 präsidierte. 2003 vertrat sie den Kanton Zürich während vier Jahren im Ständerat. .

Trix Heberlein war von 1998 bis 2014 Präsidentin der Stiftung Swisstransplant, die Schweizerische Nationale Stiftung für Organspende und Transplantation.

Die Ehrung fand 2000 statt.

Dr. iur. Lili Nabholz

Lili Nabholz geboren am 31. Dezember 1944 in Solothurn, ist eine ehemalige Schweizer Politikerin. Sie wurde als älteste von drei Töchtern von Hans Haidegger und Lily Haidegger-Zurmühle geboren. Zusammen mit Judith Stamm und Josi Meier zählte sie zu den Vorreiterinnen der bürgerlichen Frauenpolitik in der Schweiz.

Sie war nach ihrem Studium der Rechtswissenschaft, das sie mit der Promotion abschloss, u. a. als juristische Beraterin bei einer Frauenorganisation tätig. Von 1987 bis 2003 war sie Mitglied des Nationalrats für die FDP des Kantons Zürich, von 1992 bis 2010 als Ombudsfrau der Privatversicherung und der Suva tätig, daneben auch als Rechtsanwältin.

1981 erhielt sie den Ida-Somazzi-Preis; 1997 wurde Lili Nabholz mit dem Fischhof-Preis ausgezeichnet. Letzterer wird vergeben von der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) und der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz (GMS).

Die Ehrung fand 1999 statt.