Cleopheae Pestalozzi-von Orelli war die Tochter des Kaufmanns Hans Conrad von Orelli und Anna Lavater. Sie heiratete im Jahr 1776 Heinrich Escher vom Glas. Nach dessen Tod 1796 ging sie eine zweite Ehe mit Hans Jakob Pestalozzi ein. Als der zweite Ehemann 1802 kinderlos starb, hinterliess er seiner Witwe die Firma Pestalozzi im Thalhof.
Cleopheae Pestalozzi-von Orelli leitete das in der Revolutionszeit in Schwierigkeiten geratene Seiden- und Bankgeschäft weiter und führte es zu neuem Erfolg. Als Geschäftsführer stand ihr Johannes Speerli aus Kilchberg zur Seite. Bereits 1802 gewährte sie ihrem Angestellten eine kleinere Kapitalbeteiligung. Im Jahr 1805 machte sie ihn zum Teilhaber. Er bekam einen Drittel des Geschäftsgewinnes.
Pestalozzi und ihr neuer Partner änderten die Strategie. Sie stellten das unsichere Geschäft mit Frankreich ein und konzentrierten sich auf die Schweiz und Deutschland. Vor allem die durch eine neue Färbetechnik hergestellten geflammten Seidentücher fanden in Süddeutschland immer grösseren Absatz.
Im Jahr 1808 nahm Pestalozzi ihre beiden Neffen Hans Conrad von Orelli und Johann von Orelli als Teilhaber in die Firma auf. 1812 zog sich Cleopheae Pestalozzi-von Orelli aus der Geschäftsleitung zurück, beliess jedoch ihr Kapital gegen einen Zins von vier Prozent in der Firma. Speerli und die Brüder von Orelli führten die Firma Pestalozzi im Thalhof gemeinsam weiter.
Cleopheae Pestalozzi-von Orelli gilt als herausragende Geschäftsfrau, welche die wenig ertragreiche Firma zum Erfolg zurückgeführt hat.
Die Ehrung findet am Morgen des Sechseläutens 2026 im Fraumünster statt. Sie sind herzlich eingeladen!
